Sep 25

Laut österreichischem Ernährungsbericht haben 42 Prozent der 18- bis 65-Jährigen Übergewicht, elf Prozent davon Adipositas. Besonders alarmierend: bereits jeder fünfte Bub und jedes sechste Mädchen in Österreich ist übergewichtig, 50 Prozent davon adipös. Im Vergleich zu Kindern mit Neurodermitis oder Asthma ist ihre Lebensqualität dabei besonders schlecht: weil Adipositas nicht als Krankheit gesehen wird, gelten sie als selbst schuld. Und später kommt nicht selten Diabetes als ganz reale und mit zahlreichen desaströsen körperlichen Schäden verbundene Folgeerkrankung hinzu.

Der typische Ansatz von übergewichtigen Menschen und deren Angehörigen mit dem Wunsch, das Gewicht zu reduzieren, sind Diäten. Ernährungsumstellungen werden versucht, die aber in den allermeisten Fällen scheitern und dann weitere Frustrationserlebnisse darstellen und den Teufelskreis zwischen Depression und Versagensgefühlen und dem Bedürfnis, diese Gefühle durch Essen zu kompensieren, anfeuern.

In einem lesenswerten Interview in der österreichischen Tageszeitung Der Standard, das auch online nachzulesen ist, geht eine Ernährungswissenschaftlerin im Gespräch mit einem Soziologen der Frage nach, warum derartige Versuche so häufig scheitern und wie ein Weg aus der Übergewichtsspirale heraus gefunden werden kann:

“Jede Ernährungsumstellung bei starkem Übergewicht muss eine Kombination aus Ernährungsberatung, Psychotherapie und Bewegung sein. Und langfristige Erfolge gibt es dann, wenn das soziale Umfeld – meist also die Familie – mitmacht und bereit ist, das Leben umzustellen. Damit werden dann nämlich soziale Gefüge verändert, und der Betroffene ist mit seinem Problem nicht mehr allein.
(..) Bei Kindern würde Therapie nicht mehr ohne Einbeziehung der Eltern gemacht werden.”

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Gedanken zu “Adipositas / Übergewicht: warum Diäten allein nicht greifen” (4):

  1. Kommentar von H. Fiedler:

    Als selbst betroffene stimme ich total überein damit, dass mehr als nur die Ernährung eine Rolle spielt um überhaupt in Richtung eines gesunden Lebens zu kommen. Doch manchmal ist selbst Psychotherapie, Ernährungsumstellung UND Sport zu wenig. Ich hab mir einst auch “Begleitung” bei all dem gewünscht. Eine Vertrauensperson, die koordinieren und “STARTEN” hilft.

  2. Kommentar von 25diaeten.com:

    Ihre Einschätzung möchte ich bestätigen. In vielen, insbesondere in schweren Fällen von Adipositas ist die Ursache gewiss weniger in der Ernährung, als in der familiären und sozialen Stabilität der Betroffenen zu suchen.

    Sind an dieser zentralen Stelle die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Ernährungsumstellung nicht gegeben, sind derlei Versuche wohl leider zum Scheitern verurteilt.

  3. Kommentar von M. Schneider:

    Das kann ich nur bestätigen. Es ist sicher auch das Umfeld mit einzubeziehen, um gut weiterzukommen. Was sicher auch nicht zu verlässigen ist, sind die Stressfaktoren – ob innerlich oder äusserlich, spielt dabei keine Rolle. Eine gut geführte Begleitung hilft ebenfalls weiter.

  4. Kommentar von Matthias:

    Ich bin auch der Meinung, dass nur eine Ernährungsumstellung nicht hilft. Vor allem muss die Ernährungsumstellung auch dauerhaft halten können. Schließlich kann man nicht sein Leben lang auf Pizza verzichten. Solange es bei einer Pizza in der Woche bleibt, ist alles in Ordnung. Der mentale Aspekt sollte der Hauptfaktor in erster Linie sein, um dauerhaft und langfristig abzunehmen. Letztendlich kursieren viele Gerüchte und falsche Denkmuster um das Thema Abnehmen herum. Weitere wichtigen Themen bei der Abnahme sollten sein: Die Alternative zu Stress und zu emotionalen Essen. Setzt man diese Dinge Schritt für Schritt um, dann ist eine Abnahme fast garantiert. Die Verbesserung der Psyche, aus meiner Ansicht, sollte der erste Schritt in Richtung Abnahme sein.

    Gruß

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25.06.19