May 01

Patienten, die an einer Depression leiden, haben nach operativen Eingriffen stärkere Schmerzen und leiden auch unter mehr Nebenwirkungen durch Schmerzmedikamente (Analgetika) als andere, wie eine aktuelle Studie aus Würzburg zeigt, die in der letzten Ausgabe des Fachjournals “Der Schmerz” veröffentlicht wurde.

Während den ersten 10 Tagen meldeten von knapp 500 untersuchten Patienten jene aus der Vergleichsgruppe, bei denen depressive Symptome vorlagen, ein deutlich höheres Schmerzniveau als jene, bei denen keine solcher Symptome vorlagen. Auch an den folgenden Tagen gaben depressive Patienten höhere Schmerzniveaus an. Allerdings profitierten sie auch deutlicher von einer gezielten Schmerztherapie. Schmerzmittelbedingte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kreislauf- und Verdauungsbeschwerden traten bei Depressiven jedoch ebenfalls häufiger auf als bei nicht-Depressiven.

Die Studien-Autoren empfehlen, Patienten vor Operationen standardmäßig auf eine mögliche depressive Erkrankung zu testen und die Schmerztherapie entsprechend anzupassen. Wegen der häufigeren Nebenwirkungen von ganzkörperlich wirksamen Schmerzmedikamenten raten sie dazu, bei depressiven Patienten vermehrt regionale Anästhesie-Verfahren anzuwenden und gegebenenfalls eine Schmerzreduktion durch begleitende Psychotherapie oder Psychopharmaka zu bewirken.

(Quelle: Schmerz; 2010, 24: 54-61; Photo:TRBfoto)

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01.09.19