Jun 13

Negative Erfahrungen in und Trennungen von Liebesbeziehungen setzen jungen Männern emotional offenbar weit heftiger zu als gleichaltrigen Frauen. Eine Studie, welche von Soziologen der amerikanischen Wake Forest Universität im “Journal of Health and Social Behavior” veröffentlicht wurde, widerlegt das Vorurteil, Frauen reagierten auf Krisen in der Partnerschaft besonders empfindlich.

Mehr als 1.000 Teilnehmer im Alter von 18 bis 23 Jahren wurden zu ihren Partnerschaften und erfolgten Trennungen befragt. Den Ergebnissen zufolge verbergen viele junge Männer zwar nach außen hin ihre Gefühle unter einer rauen Maske – unter der stoischen Oberfläche aber brodelt es häufig. “Überraschenderweise reagieren junge Männer stärker auf die Qualität laufender Beziehungen”, so die Studienleiterin R. Simon.

Kriselt es in der Partnerschaft, so reagieren die Geschlechter unterschiedlich: “Frauen drücken emotionale Belastung eher in Form von Depression aus, während Männer eher zu Alkohol- und Drogenproblemen neigen”. Die größere Empfindsamkeit junger Männer erklärt die Forscherin damit, dass romantische Beziehungen für sie oft die einzige Quelle von Intimität seien. Frauen pflegten dagegen generell engere Beziehungen zu Familie und Freundinnen. Zudem kratze eine kriselnde Partnerschaft möglicherweise besonders stark an Identität und Selbstwertgefühl junger Männer.

Dies gilt allerdings nur für bestehende Beziehungen. Ein Singledasein birgt dagegen für junge Frauen mehr Schrecken als für gleichaltrige Männer. Sie können zwar besser mit dem Auf und Ab einer Partnerschaft umgehen, leiden aber unter deren Ende besonders stark.

(Quellen: R.W.Simon, A.E. Barrett, “Nonmarital Romantic Relationships and Mental Health in Early Adulthood” in: Journal of Health and Social Behavior, Vol. 51, No. 2, 168-182 (2010) DOI: 10.1177/0022146510372343; Der Standard; Photo source: mentalhealthy.co.uk)

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11.10.17